Die ersten 48 Stunden

Die ersten 48 Stunden nach dem Re-Start unserer Salons liegen hinter uns – und ich möchte kurz darüber informieren wie es denn nun gelaufen ist.

Simona und ich konnten am Wochenende vor dem Re-Start kaum schlafen. Vielen Mitarbeitern ging es sicherlich ganz genau so. Dennoch trafen wir uns alle frisch, gut gelaunt und motiviert am Montagmorgen in den Salons Hamburger Meile und Ballindamm, um endlich wieder loslegen zu können. Das Stadtpalais startete zeitversetzt Dienstagfrüh um 08:30 Uhr. Es war überall aufregend. Irgendwie so, als ob man einen ganz neuen Salon eröffnen würde. Nun ja, irgendwie war das ja auch so, denn die Salons sehen schon anders aus. Viel weniger Plätze und Stühle, dafür um so mehr Desinfektionsmittel, 1x Umhänge und die berüchtigten „Masken“, die sowohl unsere Mitarbeiter als auch unsere Kunden tragen müssen.

An den Anblick, dass alle Personen die sich im Salon aufhalten Nasen-Mundschutz tragen, werde ich mich wohl nicht gewöhnen. Möchte ich auch gar nicht, denn ich ganz persönlich finde es schrecklich. Aber natürlich verstehe ich – verstehen wir – die Notwendigkeit und die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme und befolgen sie somit gern. Zu unserem Glück konnten wir mit der Hilfe unserer Mitarbeiterin Karolina Skibinska für alle Mitarbeiter ganz leichte und angenehme Stoff-Masken für alle Mitarbeiter herstellen, die auch noch ziemlich cool aussehen. An dieser Stelle hierfür auch im Namen aller Mitarbeiter unseren herzlichen Dank!

Der Montagvormittag war noch irgendwie „komisch“, doch recht schnell haben sich alle an die neue Situation gewöhnt und sowohl am Montag als auch am Dienstag war die Stimmung in den Salons richtig gut und insgesamt ist in den Teams eine gewisse Erleichterung zu spüren. Es gibt Mitarbeiter die kommen wunderbar klar, andere tuen sich damit noch ein wenig schwerer. Doch mein Eindruck ist, dass alle froh sind dass wir wieder arbeiten können und dass wir uns dazu entschieden haben, dass die meisten Mitarbeiter zunächst nur 3 Tage in der Woche arbeiten. Dies trifft auf große Zustimmung. Auch die umfangreichen Hygienemaßnahmen können sehr gut umgesetzt werden. Der zeitliche Ablauf ist deutlich weniger gestört als man dies vermuten könnte. Es bleibt im Laufe des Tages auch immer mal wieder Zeit draußen zu rauchen, auch wenn man Nichtraucher ist. Wie ich das meine? Nun, auch wenn unsere Salons sehr gut durchlüftet sind, so ist das arbeiten mit einem Schutz vor Mund und Nase schon ungewohnt. Da freut man sich, wenn man sich davon auch immer mal wieder befreien kann und draußen ein bisschen frisch Luft schnappt.

Fast alle unsere Kunden sind toll. Die Stimmung ist super entspannt, verständnisvoll und alle freuen sich bei uns sein zu dürfen. Sehr viele Kunden haben sich vorab auf unserer Homepage über die neuen Maßnahmen erkundigt und kommen gut gelaunt und toll vorbereitet in die Salons. Diese Grundstimmung ist wirklich wunderbar.

Warum ich dennoch „fast alle Kunden“ geschrieben habe? Weil in den ersten beiden Tagen drei Kunden einfach nicht erschienen sind. Okay, eine der Kundinnen hatte vergessen abzusagen, da sie gerade in den Wehen lag. Das man da nicht an den Friseur denkt, ist mehr als verständlich. Alles okay. Die anderen beiden Kundinnen waren jedoch telefonisch nicht zu erreichen und nahmen auch mit uns keinen Kontakt auf. Ich finde das frech. Das geht gar nicht. Nicht nur weil es für uns betriebswirtschaftlich eine sehr schwere Zeit ist, sondern auch weil viele Mitarbeiter über Wochen sehr gut gebucht sind, wir spontane Termine nur schwer bis gar nicht vergeben können – und dann stehen Mitarbeiter rum und haben nichts zu tun. Das ist auch für die vielen Kunden, die sehr gern diesen Termin wahrgenommen hätten, völlig unbefriedigend. Wir haben uns intern darauf geeinigt, dass Kunden die einfach nicht erscheinen und nicht mindestens 24 Stunden vorab absagen, ab sofort keine Termine mehr bei uns reservieren können. Ebenfalls prüfen wir 50% des Umsatzausfalles in Rechnung zu stellen. Wir haben dieses Verhalten über Jahre hinweg großzügig toleriert. Aber solch eine Toleranz muss man sich auch leisten können. Wir können und wollen dies nicht mehr tun. 98% unserer Kunden sind verlässlich, nehmen Termine pünktlich wahr oder sagen sie rechtzeitig ab. So soll es sein. Auf diese 98% Kunden werden wir uns zukünftig zu 100% konzentrieren. 😉

Zurück zum Rückblick auf die ersten 48 Stunden. Die waren im Großen und Ganzen sehr erfolgreich. Viele glückliche Gesichter, sowohl bei Kunden als auch bei den Mitarbeitern. Einige Maßnahmen sind in kürzester Zeit schon in den Alltag übergegangen (zB Stühle nach jedem Kundenbesuch intensiver als früher zu reinigen), an andere können wir uns nur schwer gewöhnen (zB alle Kunden beim Eintritt in den Salon zu fragen wie sie sich fühlen und ob Sie Kontakt zu erkrankten Personen hatten). Aber wir bekommen das alles hin und sind froh, dass wir so viel Nachfrage haben….

…. im Gegensatz zu anderen Bereichen im Einzelhandel. Dieses Foto habe ich am Dienstagmittag um 12:00 Uhr aufgenommen. Nicht gestellt und nicht den „passenden Moment“ abgewartet, sondern wirklich spontan – weil es genau so war wie man es hier auf dem Foto sieht. Die Hamburger Einkaufszentren und die Innenstadt erlebe ich momentan gespenstisch ruhig. Das tut mir fast körperlich weh zu sehen – und ich hoffe sehr, dass sich dies bald wieder ändert – bei aller Vorsicht die selbstverständlich dazu gehören muss.

Froh gelaunt und motiviert starten wir in einen neuen Tag und freuen uns auf unsere Gäste in allen drei Salons.

Herzlich, Lars Nicolaisen

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