10 Punkte Plan

Ab heute geht Deutschland in einen erneuten „Shutdown“, oder in einen „Lockdown light“ oder wie wir auch immer wir die Maßnahmen und Regeln nennen, die ab heute gelten. Kunst, Event, Breitensport, Gastronomie & Hotellerie werden stark eingeschränkt bzw. komplett geschlossen. Ob diese Maßnahmen richtig sind, wird sich wohl frühestens in 14 Tagen zeigen. Das diese Maßnahmen für die betroffenen Geschäfte und Organisatoren nicht fair sind, sollte unstrittig sein. Doch noch wichtiger als „Fairness“ ist momentan „Solidarität“. Das wir als Land auf die gewaltig steigenden Infektionszahlen reagieren müssen, gebührt alleine schon der Menschlichkeit. Es geht um Menschenleben. Wir müssen alle gemeinsam versuchen die Infektionszahlen wieder stark zu verringern. Dafür ist es notwendig Kontakte einzuschränken und zu vermeiden. Daher die jetzt geltenden Maßnahmen.

Natürlich hätte man auch die Gastronomie geöffnet lassen können, wenn man dafür zB den Einzelhandel schließt. Oder die Schulen. Oder den öffentlichen Nahverkehr. Um die Bevölkerung zu sensibilisieren die Bewegungen einzuschränken, bedurfte es jetzt klare Regeln. Das diese oftmals nicht fair sind, liegt in der Natur der Sache. Egal wenn es getroffen hätte – es ist immer unfair! Wir müssen damit leben, dass es Teile der Gesellschaft härter trifft als andere. Unsere gesellschaftliche Pflicht ist es aber dann für Ausgleich zu sorgen. Das bis jetzt Solo-Selbstständige allein gelassen worden sind, macht mich wütend. Hier bedarf es keiner schönen Sätze wie zB gestern von Helge Braun bei „Anne Will“, sondern es bedarf schnellste Taten! Nur wenn denen schnell geholfen wird die jetzt einem ganzen Land dabei helfen zu endschleunigen, nur dann wird es eine übergreifende Akzeptanz geben – und damit den gewünschten Erfolg.

Friseursalons sind von dem aktuellen „Shutdown“ nicht betroffen. Noch nicht. Wer mag schon voraussagen welche Regeln in zwei oder vier Wochen beschlossen werden?

Ich bin auf unsere Mitarbeiter in diesen Zeiten besonders stolz! Wir stehen im ständigen Austausch und bereits vor 14 Tagen haben wir uns intern über eine mögliche Teilung der Salonteams unterhalten. Die Salonteams waren ja schon einmal geteilt. Beim Re-Start am 4. Mai. Das bedeutet konkret, dass alle Mitarbeiter nur noch 75% ihrer üblichen Arbeitszeit arbeiten. Bei Vollzeitmitarbeitern heißt dies statt einer 4 Tage Woche, gilt ab heute eine 3 Tage Woche. Vier freie Tage pro Woche bedeutet viel Freizeit. Das finden viele sehr gut. Aber es bedeutet auch eine Lohneinschränkung. Wir haben dies intensiv diskutiert und heute vor einer Woche haben wir beschlossen genau diesen Weg ab November zu gehen. Das war also deutlich bevor die Regierung erneute Einschränkungen beschlossen hat. Dieser emphatische Blick auf die aktuelle Situation und die Entschlossenheit diesen Weg jetzt zu gehen, egal ob dies „von oben“ angeordnet wird oder nicht, nötigt mir größten Respekt ab.

Wir machen dies also freiwillig. Warum? Weil wir uns jederzeit angemessen und solidarisch verhalten wollen. Weil wir für uns selbst und unsere Gäste ein gutes Gefühl wünschen. Getrennte Salon-Teams bedeutet zwangsläufig weniger Menschen in den Salons. Weniger Mitarbeiter. Weniger Kunden. Entspanntere Atmosphäre. Größtmöglicher Abstand. Unsere aktuellen Maßnahmen kann man nicht nur hier nachlesen, sondern ich habe sie in den folgenden 10 Punkten für uns alle noch einmal komprimiert zusammen gefasst:

  1. Wir setzen das Hygiene-Konzept der Berufsgenossenschaft zu 100% um
  2. Im Salon tragen Mitarbeiter und Kunden dauerhaft Nasen-Mund-Schutz
  3. Die Maskenpflicht ist verbindlich und gilt auch in den Nebenräumen
  4. Der Abstand von mindestens 1,50, m wird immer gewährleistet
  5. Mitarbeiter halten auch im Aufenthaltsraum den besagten Abstand. Bei Platzmangel werden Pausen außerhalb des Salons abgehalten. Es gilt ein Pausenplan, der die aktuelle Situation berücksichtig.
  6. Der Getränkeservice ist behördlich möglich. Wir haben uns freiwillig dazu entschieden, diesen von Anfang an ausschließlich in hochwertigen Einmal-Pappbechern umzusetzen, so dass alle Gäste die Getränke bedenkenlos genießen können
  7. Hände, Oberflächen und Werkzeuge werden vor und nach jeder Behandlung/Kontakt desinfiziert. Desinfektionsspender stehen selbstverständlich auch allen Mitarbeitern und Gästen jederzeit zur Verfügung
  8. Im Salon Ballindamm wird die gesamte Luft gefiltert, womit Keime & Viren ausgefiltert werden. Dies gilt auch für die gesamte Europa Passage! In den anderen beiden Salons verfügen wir über 100% Frischluft. In wieweit zusätzliche Luftfilter realistisch wirksam sein könnten, prüfen wir gerade. So oder so wird in allen Salons regelmäßig gelüftet
  9. Jeder Gast wird nach Symptomen befragt und ggf. nicht bedient.
  10. Jeder Gast ist vor der Bedienung registriert

Ich denke diese 10 Punkte zeigen sehr gut, dass sich unsere Mitarbeiter und Kunden jederzeit sicher fühlen können. Auf unserem Instagram-Account hat Dejan Garz auch noch einmal auf die aktuellen Gegebenheiten hingewiesen – und sehr viele „Herzen“ für diesen Beitrag erhalten.

Ja, die Teilung der Salon-Teams bedeutet weniger Umsatz, geringere Einnahmen und ist eine finanzielle Herausforderung. Es bedeutet auch, das unsere Kunden Termine noch frühzeitiger reservieren sollten und wir nicht jeden Tag flexibel reagieren können. Es ist auch ein Einschnitt für unsere Mitarbeiter. Doch mich leitet das gute Gefühl, dass wir gemeinsam dieser Pandemie trotzen können. Und das bedeutet nicht nur sich an alle Regeln zu halten, sondern es bedeutet auch, im Rahmen dieser Regeln nicht den Spaß und die Lebensfreude zu verlieren. Wir werden alles tun, damit Spaß und Kreativität in unseren Salons nicht zu kurz kommt. Ein Besuch bei „Nicolaisen“ soll auch eine Auszeit für die Seele sein. Einfach mal genießen. Sich einfach mal verwöhnen lassen. Das ist wichtig für jeden Einzelnen von uns – und dies ist bei uns jederzeit möglich.

Wir sind bereit.

Herzlich, Lars Nicolaisen

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