Was habe ich eigentlich gemacht? Wochenrückblick 14/18

Wenn ein Fussballspieler super oder ganz schlecht spielt, dann sieht man das sofort. Das ist wie bei einem Friseur in einem Friseursalon.

Wenn ein Trainer super oder ganz schlecht trainiert, dann seht man das nicht sofort, aber es wird nicht lange dauern bis die Mannschaft entweder oben oder unten in der Tabelle steht. Das ist wie bei einem Salonleiter in einem Friseursalon.

Wenn der Geschäftsführer den Verein super oder ganz schlecht führt, dann kann man das erst einmal gar nicht sehen. Bis sich Erfolg oder Misserfolg einstellt, kann es dauern. Aber wenn es dann soweit ist, dann hat das erhebliche Auswirkungen auf Alle! Champions League oder Abstieg! Das spürt jeder im Verein! Das ist wie bei einem Inhaber eines Friseurunternehmens.

Dieser Vergleich kam mir gerade in den Kopf, als ich mich an die Tastatur gesetzt und die Woche Revue passiert habe. Was habe ich eigentlich diese Woche gemacht? Irgendwie nichts Weltbewegendes, aber dennoch 1.000 Dinge um den Laden am Laufen zu halten. Das war so eine Woche, wo ich wieder gern als Friseur gearbeitet hätte. Dann könnte ich jetzt sagen „Ich habe 34 Kunden bedient, einen Umsatz von XXX erarbeitet und soundsoviel Trinkgeld erhalten.“ Das ist alles messbar. Da weiß man wie die Woche war. Das ist für mich in dieser Woche nicht zu sagen. 1.000 Gespräche geführt, 1.000 Mails gelesen und geschrieben, vieles angepackt und zum Laufen gebracht. Fühlte mich in dieser Woche ein wenig wie ein Jongleur der die Bälle in der Luft hält, aber noch nicht das Finale eingeläutet hat. Vom Gefühl her ist in der Woche nichts zu Ende gebracht worden. Und genau das ist unbefriedigend. Aber das ist irgendwie auch Teil des Lebens eines Unternehmers, oder?

„Viral“ hat in dieser Woche mein Beitrag vom Mittwoch herausgestochen. Ich bin immer noch überwältig wie viel Feedback wir auf Facebook und ich ganz persönlich über unterschiedliche Kanäle erhalten habe – und weiter erhalte. Herzlichen Dank für so viele schöne Reaktionen. Und wenn ich mir viele der Feedbacks anschaue, dann bin ich doch erstaunt wie viele Friseurkolleginnen und Kollegen unseren Blog verfolgen. Da wurden wunderbare Geschichten und Erlebnisse aus anderen Salons erzählt. Das ist ja wirklich unglaublich! Wenn hier ganz viele Friseure mitlesen und sich einbringen, dann bringt mir das zwar nicht unbedingt mehr Umsatz im Geschäft, aber ich empfinde das schlicht und einfach als wirklich sehr wertschätzend! Dass ist gerade in unserer sehr emotionalen Branche nicht selbstverständlich, wo oftmals dem Friseur auf der anderen Strassenseite nicht das Schwarze unter dem Nagel gegönnt wird.

Ich weiß diese Anteilnahme und diese Zustimmung aus meiner Branche wirklich sehr zu schätzen und sehe das nicht als selbstverständlich an. Es zeigt, dass es sehr sehr viele emphatische Menschen in unserem Beruf gibt. Und genau das macht ihn auch für mich zu solch einem tollen Beruf!

Ich wünsche allen Mitarbeitern und Kunden heute viel Spaß in unseren drei Salons – und uns allen dann ein wunderschönes, erstes Frühlingswochenende. Herzlich, Lars Nicolaisen

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