Verlust am guten Glauben

blog16-12-09

Lars Nicolaisen:

Mit Viren verseuchte E-Mails. Weihnachtspost die mit chemischen Substanzen verseucht sind. Alarmierende Nachrichten haben in dieser Woche Hochkonjunktur. Spielen jetzt alle verrückt?

Fakt ist, dass momentan tatsächlich E-Mails mit gefährlichen Viren verschickt werden. Die Masche ist immer die gleiche: Man erhält eine Bewerbung per E-Mail. Perfekt gemacht mit dem richtigen Namen des Unternehmens und der richtigen Ansprache. Die Bewerbungsunterlagen befinden sich angeblich im Anhang (was heute gängige Praxis und völlig üblich ist). Dabei befindet sich auch eine Datei die angeblich in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit erstellt wurde. Sobald man diese Datei anklickt und öffnet ist der gesamte Computer infiziert und ALLE DATEN sind verschlüsselt und somit sofort unbrauchbar!

Ich habe solch eine E-Mail in dieser Woche erhalten. Sie wurde direkt an „bewerbung@nicolaisen-hamburg.de“ versendet.  Darin hat man sich auf unsere freie Stelle als „Top-Stylist“ beworben. Wirklich perfekt gemacht! Das Chaos ist dennoch an mir vorbei gegangen. Warum? Zum einen weil ich von dieser Bedrohung schon wusste und somit vorgewarnt war. Zum anderen weil wir an allen Standorten mit Apple-Computern arbeiten und der enthaltene Virus dem MAC-System nichts anhaben kann. Glück gehabt.

Einige befreundete Kollegen hatten weniger Glück. Sie haben die Datei geöffnet. Dabei werden alle Daten die sich auf dem Computer befinden verschlüsselt und man kann nichts mehr öffnen. Der Computer ist wie tot. Anschließend erhielten diese Kollegen eine E-Mail von einer verbrecherischen Gruppierung und werden seit dem erpresst. Ein Wahnsinn!

Wahnsinnig ist auch die zweite Geschichte die ich heute früh erfuhr, wobei ich dabei nicht zu 100% weiß ob die Geschichte real ist oder nur eine blöde Falschmeldung die verbreitet wird. Angeblich werden gerade im gesamten Bundesgebiet Umschläge in Briefkästen verteilt. Der Inhalt soll eine CD mit Liedern und Aussagen aus dem Koran sein. Die CD soll mit einer chemischen Substanz bearbeitet sein, welche die Atemwege lähmt.

Die erste Horror-Geschichte mit der Viren-E-Mail ist definitiv wahr. Ob die zweite Geschichte mit der CD ebenfalls wahr ist, werden wir vermutlich sehr schnell herausfinden. Doch egal ob wahr oder nicht wahr: In was für einer verrückten Zeit leben wir eigentlich? Ich finde es ganz schlimm, dass solche Geschichten dazu führen, dass ich immer vorsichtiger werde und erst einmal alles was ich nicht kenne in Frage stelle. Man verliert dadurch Spontanität, Leichtigkeit, bewusst gewollte Naivität und schlicht und einfach auch ein wenig Lebensqualität. Und man verliert ein Stück weit auch den Glauben an das Gute. Ärgerlich wie so ein paar Vollidioten es mit tatsächlichen oder ausgedachten Gefahren schaffen, das eigene Leben zu verändern. Mag der Lauf der Zeit sein. Mag der Preis für unsere moderne Art zu Leben sein. Traurig finde ich es dennoch.

Keinen Gefahren setzt man sich heute in unseren Salons aus. Alle drei Salonteams sind hoch motiviert und freuen sich auf unsere zahlreichen Kunden. Ich wünsche viel Spaß in den Salons – und allen betroffenen Kollegen dass die Computer bald wieder einsatzfähig sind!

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