Geschäfte mit Tradition werden immer seltener in Hamburg

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Lars Nicolaisen:

Simona und ich sind total gern zur Konditorei Boyens gegangen. Jene Konditorei die 1936 gegründet wurde und deren Geschäftsräume seit einigen Wochen geschlossen sind. Von einem auf den anderen Tag. Das Hamburger Abendblatt berichtet in seiner heutigen Ausgabe über den Niedergang und der Insolvenz.

Simona und ich haben die Kuchen und besonders die Rumkugeln und Mocca-Baisers bei Boyens geliebt. Wir werden sie vermissen. Wobei… Ich habe mir auch schon seit mehreren Jahren – immer wenn ich so in der Konditorei stand – gedacht, dass auch einmal für den Kunden sichtbar investiert werden müsste. Es war halt schon alles sehr alt und „sehr traditionell“. Tradition ist super, doch wenn man nach außen nur noch „traditionell“ wirkt, dann wird man kaum noch neue Kunden für sich gewinnen. Schaut Euch das Foto an. Würdet Ihr da hinein gehen, außer Ihr werdet dorthin empfohlen?  Eben.

Und so leid mir das erneute Sterben eines traditionsreichen Familien-Handwerksunternehmen in Hamburg auch weh tut, so befürchte ich sind die Gründe hierfür hausgemacht. Und an der Produktqualität lag es bestimmt nicht, denn die war bis zum letzten Tag erstklassig! Viel mehr wurden hier allen Anschein nach Fehler in der Unternehmensführung gemacht. Was mich wiederum anspornt und motiviert mit viel positiver Energie in den heutigen Tag zu starten. U.a. treffe ich mich mit Syringa Helweg im Büro um weiter an unserem Wertekompass zu arbeiten und um aktuelle Themen zu besprechen und sich miteinander abzustimmen. Das mag für Außenstehende manchmal unverständlich sein und man denkt vielleicht „Mensch, was macht Ihr denn da im Büro? Geht lieber in die Salons und schneidet Haare.“ Alles zu seiner Zeit sicherlich richtig. Aber „am Unternehmen“ zu arbeiten ist manchmal notwendiger als „im Unternehmen“ zu arbeiten. Beides muss in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Und es ist u.a. meine tägliche Aufgabe dies immer im Auge zu behalten – schließlich sind auch wir ein „traditionsreiches Familien-Handwerksunternehmen“. Daher berühren und emotionalisieren mich Sätze wie heute im Hamburger Abendblatt: „Geschäfte mit Tradition werden immer seltener in Hamburg.“ So sehr ich mich auch über Berichterstattungen in Magazinen und Tageszeitungen freue, so wenig möchte ich jedoch dass in genau diesem Zusammenhang irgendwann einmal so über uns berichtet wird.

Ich wünsche uns allen einen erfolgreichen Dienstag.

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