Fahren Sie sofort rechts ran

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Lars Nicolaisen:

Gestern, Montag der 11. April. Ein sonniger Frühlingstag. Ich verbrachte die ersten fünf Stunden im Büro. Wo auch sonst am eigentlich „freien Tag“? Danach fuhr ich nach Hause und stellte fest, dass sich meine Familie schon selbstständig mit der Mittagessen-Frage beschäftigt hatte. Ich kam darin nicht vor. Also dachte ich mir ich beschenke mich jetzt mal selbst, schnappe mir bei diesem tollen Wetter meinen „unu“ Elektroroller und zische in die Innenstadt zur „Best Burger Company“, um den wirklich besten Burger der Stadt zu essen. Ich fand das hatte ich mir nach diesem fleißigen Vormittag verdient.

Ich fuhr los und erfreute mich am geräuschlosen Fortbewegen des Elektrorollers. Herrlich! Es ging entlang der Außenalster, am Atlantic Hotel vorbei und dann an der großen Kreuzung „Glockengießer Wall / Ballindamm“ links rum Richtung Mönckebergstrasse. Kaum hatte ich die große Kreuzung überquert hörte ich ein Polizeiauto, aus dessen Lautsprechern „Fahren Sie sofort rechts ran und halten Sie an“ ertönte. Ich hörte das ganz klar und deutlich, da mein Roller ja geräuschlos ist. Ich drehte mich um und staunte nicht schlecht als ich bemerkte, dass das Polizeifahrzeug direkt hinter mir war.

Ich fuhr rechts ran, hielt an, drehte mich zu den Polizisten um und zeigt auf mich, so als ich ob ich fragte: „Meinen Sie wirklich mich?“ Beide nickten und hielten ebenfalls an. Ich schob meinen „unu“ schnell auf den Bürgersteig und stieg ab. Das musste doch eine Verwechslung sein. Ich fuhr auf der richtigen Spur, bin weder bei rot über die Ampel gefahren noch war ich zu schnell. Sehr merkwürdig. Die beiden Polizisten stiegen aus Ihrem Auto und kamen auf mich zu. „Guten Tag, können Sie sich vorstellen warum wir Sie angehalten haben?“ fragte mich einer der Beamten. Ich schaute ihn verwirrt an. „Nein, ich kann mir nicht vorstellen warum Sie mich anhalten. Ich bin jetzt echt gespannt was Sie sagen.“ antwortete ich wahrheitsgemäß. Der Polizist grinste. „Haben Sie schon mal etwas von einer Helmpflicht in Deutschland gehört?“ Es dauerte 2-3 Sekunden. Dann muss ich die beiden so bescheuert angeguckt haben…

Erst ratterte es in meinem Kopf und dann lachte ich. Das gab es ja doch wohl nicht. Es war aber wahr. Ich fuhr ohne Helm. Und das bis zu diesem Moment völlig ohne schlechtes Gewissen. Wahnsinn. In den darauffolgenden Minuten wurden meine Personalien aufgenommen. Das Gespräch mit den beiden Beamten war jederzeit stets freundlich-fröhlich. Am Ende fragte man mich ob ich jemanden Bescheid geben könne, so dass man mir meinen Helm bringen könne. Dies bejahte ich und wir wünschten und gegenseitig noch einen schönen Tag. Ich rief zu Hause an, schob den Roller die letzten 300 Meter zur „Best Burger Company“, genoß mein „Fritz-Menü“ und freute mich als ich gut 30 Minuten später unseren Sohn mit meinem Helm um die Ecke kommen sah.

Ich frage mich die ganze Zeit was wohl die Autofahrer gedacht haben als sie mich da über Hamburgs Strassen ohne Helm fuhren sahen. Verrückt auch, dass ich zu keiner Sekunde an meinen Helm dachte. Weder zu Hause, noch auf dem Weg zum „unu“, noch als ich aufstieg und losfuhr. Echt verrückt. Aber zum Glück ist ja nichts passiert und alles gut gegangen. Wir haben zu Hause jedenfalls noch oft darüber gelacht.

Heute bleibt der Helm erneut zu Hause. Aber nicht weil ich mich ans Rollerfahren ohne Helm gewöhnt habe, sondern weil der Roller heute zu Hause bleibt. Es ist Regen für Hamburg angesagt. Und das sogar die ganze Woche…. Ich wünsche Euch dennoch einen schönen Dienstag. Mit und ohne Helm.

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