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Lars Nicolaisen:

Für Simona und mich geht es heute Vormittag nach Amsterdam. Bis Dienstagabend werden wir dort an dem “Intercoiffure-Europa-Kongress” teilnehmen. Wir werden viele wunderbare Kollegen treffen und uns gemeinsam weiterbilden und austauschen. Und am Abend sitzt man dann zusammen und spricht über die Situationen mit denen man zu Hause konfrontiert wird. Und dann werde ich wieder in staunende Gesichter blicken und auf Unverständnis stoßen. Das geschieht immer dann, wenn es um das Berufsimage im eigenen Land geht.

In vielen europäischen Ländern hat man mit schwierigeren Dingen zu kämpfen als mit dem Image des eigenen Berufes. Besonders die oftmals schwache Wirtschaft und die hohe Jugendarbeitslosigkeit in vielen Ländern machen vielen Kollegen quer durch Europa zu schaffen und schüren Zukunftsängste. Aber egal ob in England, Frankreich, Spanien, Italien, Niederlande und und und… nirgends kennt man das Problem eines schlechten Images des Friseurberufs. “Friseur” ist in unseren Nachbarländern ein ganz normaler Beruf. Nicht extrem hoch angesehen, nicht groß problematisch. Ein ganz normaler Beruf halt. Davon sind wir in Deutschland leider noch weit entfernt.

Lag es an den “Friseusen-” und “Manta-Filmen”? An der schlechten Bezahlung? Daran, dass man in Deutschland studieren muss um anerkannt zu werden? Ich weiß es nicht. Sicherlich eine Mischung aus allen und vielen. Und sein wir mal ganz ehrlich: Wir Friseure tragen in Deutschland auch eine riesengroße Mitschuld! Wer zum Beispiel seine fachliche Leistung für 8-10-12 oder auch 20 Euro verscherbelt, der darf sich nicht wundern wenn das Ansehen schrumpft. Und da viele Friseure ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben und alles in den Salons immer so locker, leicht und easy aussieht, gehen viele Kunden ohne böse Absicht davon aus, dass das alles ja auch nicht sooo schwer sein kann. Und einen dollen Schulabschluss benötigt man ja auch nicht…..

Diese Meinung ist sicherlich noch in der breiten Masse vertreten. Und das wird auch noch so bleiben. Aber der Wind dreht sich langsam! Der Mindestlohn ist sicherlich nicht perfekt, aber ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Viele Friseurunternehmer erkennen, dass sie bei niedrigen Preisen nur verlieren können und streben wieder eine höhere Qualität an. Spezialisierungen wie z.B. der Calligraphy-Cut werden nicht nur von Kunden sondern auch von Friseurkollegen mit viel Interesse begleitet und umgesetzt. Die Besucherzahlen gerade bei Management- und Positionierungsseminaren steigen deutlich. Viele Friseure gestehen sich Fehler in der Vergangenheit ein und versuchen nun mit neuer  Qualität zu punkten und Vertrauen und ein positives Image zurück zu gewinnen.

Und den Industrie-Partnern in der Friseurbranche geht es genau so! Auch sie versuchen sowohl sich selbst als auch den gesamten Friseurberuf nachhaltig zu stärken. Egal ob Imagekampagne oder Hilfe bei der Suche nach neuen Auszubildenden. Die Aktivitäten vieler Haarkosmetik-Firmen sind vielseitig. Und ich begrüße dies alles aufs herzlichste! Das jüngste Kind stammt von Wella. Friseure bewegen! Es zeigt in einem neuen Video Kollegen, die über Ihr Friseurleben berichten. Ich finde das ganz stark! Eine großartige Aktion und ein wunderbares Video! Respekt und Kompliment an Wella und alle Kollegen die daran beteiligt waren!

Einige von den dort zu sehenden Kollegen werden Simona und ich in Amsterdam wiedersehen. Dort werden wir uns bei ihnen persönlich für deren Einsatz bedanken. Und sie haben ja auch recht: Der Friseurberuf ist ein wunderbarer Beruf!

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  • Nachdem ich meine Lehre beendet & noch 2 Jahre im gleichen Salon gearbeitet hatte war es Zeit für eine Veränderung. Zu dem Zeitpunkt war ich mir nicht wirklich sicher was ich wollte also habe ich mich in anderen Salons aber auch anderen Berufen beworben. Ich war eingeschüchtert von meinen vielen Studenten & Abiturienten die meine Kundschaft waren und habe mich daneben immer nur als ‘kleine Friseurin’ gefühlt. Ich bin dann zur Bundeswehr das ich unter anderem endlich mal gutes Geld verdiene. Die Hälfte der 4 Jahre der ich mich verpflichtet habe sind bereits vorbei. Und es vergeht kein Tag an dem ich überlege was ich in Zukunft schaffen will. Ich vermisse die Kosmetik Branche, aber ich möchte in keinen kleinen, namenlosen Salon mehr. Ich wünschte ich hätte Chancen, in einem Salon wie Ihrem eine Anstellung zu bekommen. Aber wie soll man das schaffen mit der mehrjährigen Pause. Wird ein Chef jemals so in Weiterbildungen investieren, dass ich auf einem guten Stand komme?

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